KIKI CESSLER
Deine Schlagerlady aus Berlin

Das bunte Leben der KIKI CESSLER

An einem kalten Donnerstag im Dezember erblickte ich mit Hilfe eines Sectio Cesarea um 14.30 Uhr das Licht der Welt. Meine Eltern haben sich für diesen wundervollen Tag das MARTIN LUTHER Krankenhaus ausgesucht. Aufgrund meines Geburtstages habe ich sogar eine Lieblingszahl, die vier und meine Lieblingsfarben sind die des Regenbogens, die sich in meiner Bühnengarderobe wiederfindet.

Ich wuchs behütet in der jetzigen Hauptstadt auf und genoss die Geborgenheit meines Elternhauses. 1976 begann auch für mich die harte Zeit des Schullebens, die nur zwei Hausnummern von meinem Zuhause entfernt war. Ein Jahr nach Schulstart trat ich im zarten Alter von sieben Jahren dem Schulchor und der Orff-AG bei. AG steht hier nur für Arbeitsgemeinschaft und leider nicht für Aktiengesellschaft.

KIKI CESSLER - Travestieshow Berlin und Brandenburg

Die freche Maus hier bin ich mit einem Jahr.

Zu den vermögendsten Familien zählte meine nicht, doch zu den liebevollsten. Meine Frau Mama arbeitete als Floristin und sorgte dafür, dass es uns an Nichts fehlte. Dies bedeutete nicht, dass ich alles bekam was ich wollte. Nein, im Gegenteil - ich habe mir meine käuflichen Träume teilweise mühsam erarbeitet und ging nach der Schule als Auspackhilfe bei COOP Regale auffüllen.

Später dann in der Realschule, die den Namen vom Luftpumpenerfinder OTTO VON GUERICKE trug setzte ich meine Gesangskarriere fort und war selbstverständlich auch dort wieder im Schulchor. Ich fühlte mich in den zahlreichen AGs für Tanz, Schauspiel und Instrumente sehr gut aufgehoben - schließlich wollte ich ja etwas erreichen! Das einstudierte wurde der gesamten Schülerschaft und ab und an auch den Eltern in unserer Aula präsentiert. Nach Notenblättern singen oder musizieren kann ich bis heute nicht. Ich präge mir das Stück lieber mit dem Gehör ein. Ob das nun gut oder schlecht ist, ist mir jedenfalls vorläufig egal! Meine Lehrer ließ es und lässt es manchmal verzweifeln.

Kaum 16 Jahre alt, war mein Herr Vater der Meinung, dass ich ein anständiges Hobby brauche und einem Verein beitreten sollte. Er dachte an Fußball bei HERTHA BSC oder an Eishockey beim EHC Berlin. Als folgsames Kind kam ich seinem Wunsch nach, wählte einen Verein und begann meine Ausbildung in Ballett, Modern-Jazz und Stepptanz. War mein Herr Vater mit dieser Wahl wirklich einverstanden? Ich glaube nicht, doch das war mir egal!

Mein zweites Zuhause fand ich in MILTON´S Tanzstudio, damals noch in der Knesebeckstraße. Wir tanzten dort oft so temperamentvoll, dass die Spiegel beschlugen und wir den Tanzsaal klatschnass, aber völlig happy verließen. MILTON´S war Talentschmiede und ein Sammelbecken für Profis. Einige von ihnen wie zum Beispiel Nicolette Krebitz, Anja Franke, Raffaello Kramm, Ursula Heyer oder Morris Perry gehen heute noch einer erfolgreichen Karriere im Showbiz nach. Auditions waren an der Tagesordnung. Auch das berühmte und wundervolle THEATER DES WESTENS bezog Darsteller und Tänzer aus unseren Reihen. Die Inszenierung LA CAGE AUX FOLLES von und mit Helmut Baumann gehörte definitiv zu den Besten Stücken die ich dort je erleben durfte. Ich glaube, ich habe das Stück mindestens 26 Mal gesehen und viele Freunde und Bekannte in ihm bewundern dürfen. Zum Beispiel Benny Rüfenacht als Mercedes oder Zigarettenmädchen und auch Cusch Jung in der Rolle des Jean-Michels.

Talentscouts der öffentlich rechtlichen Anstalten wurden bei MILTON´S ebenfalls fündig. Die Produktion WILLKOMMEN IM CLUB mit Harald Juhnke hatte es mir angetan. Gene Reed´s Choreografien waren immer sehr bunt und haben mir sehr viel Spaß gemacht. In den Drehpausen plauschte ich sehr gerne mit den beiden Grand Damen des deutschen Showbiz Barbara Schöne oder Ingrid Steeger. Das war echt eine tolle Zeit.

Weitere Auftritte im deutschen Fernsehen sind bestimmt auch noch in den Archiven vom OFFENER KANAL BERLIN zu finden. Dort produzierten mein damaliger Tanzpartner Tim und ich, der jetzt Arzt ist, eine lustige Weihnachtsshow. Man war ich verknallt in ihn! Aus heutiger Sicht muss ich mir wohl eingestehen, dass ich damals schon den Grundstein für mein kompliziertes Liebesleben gelegt hatte.
Bis heute verliebe ich mich in Lebensabschnittspartner, die bei mir eine gewisse Form der einseitigen Zuneigung auslösen. Diese verarbeite ich immer wieder gerne scherzhaft und mit kritischer Selbstironie in meinen Shows und kann mich wunderbar über meine eigene Blödheit und Naivität amüsieren.
Nach dem Abschluss der Oberschule begann ich nach einer einjährigen Probezeit als Hotelpagin meine Ausbildung im HOTEL STEIGENBERGER Berlin. 1991 verließ ich das Fünf-Sterne-Luxushotel am Los-Angeles-Platz und setzte auf Hoteltradition im HOTEL BERLIN am Lützowplatz. Auf einer unserer Weihnachtsfeiern, trat ich erstmalig als Solokünstlerin ins Rampenlicht und gab mein Debüt mit einem Whitney Houston Song Cover. Ab sofort gehörte meine Leidenschaft Paillettenstoffe, Federboas und Strassschmuck.
Eine schon erwähnte Schwäche, die sich bis heute nicht geändert hat, ist die Zuneigung zum männlichen Geschlecht. 1992 lernte ich im ehemaligen Nachtclub CHEZ ROMY HAAG, das heute als schwule Diskothek CONNECTION bekannt ist, meine erste wirklich große Liebe kennen.

Ein etwa 1,90m großer, braunäugiger Kerl in Lederchaps, kurz geschorenen Haaren und einem roten San Fransisco 49´er T-Shirt verdrehte mir heftig den Kopf. Ich habe mich nicht getraut ihn in der Disco anzusprechen. Doch eine weitere Gelegenheit ergab sich mir am nachfolgenden Sonntag. An diesem Tag traf man sich zum „Sehen und Gesehen werden“ in der ersten Etage im CAFÉ MOVIE auf der Lietzenburger Strasse. Dort saß er und ich packte meinen sämtlichen Mut zusammen und quatsche ihn an. Es ergab sich eine tolle und intensive Unterhaltung und wir verließen das Café zusammen, um ein wenig spazieren zu gehen.
Heute gibt es diese klassische Form des Kennenlernens kaum noch. Es handelt sich nur noch um stumpfes „Internetgechatte“ auf blauen Seiten. Ich finde, manchmal auch einen „Korb“ zu kassieren, gehört zum Leben dazu und jeder sollte auch solche schmerzhaften Erfahrungen ruhig alleine sammeln dürfen.
Meine Liebe zu Adi - Kurzform von Adalbert - war wie schon erwähnt leider sehr einseitig. Doch die Freundschaft zu ihm war einzigartig. Mit ihm erlebte ich grandiose Partys und lernte tolle Menschen kennen. Dieser Mann gab mir die Sicherheit und Geborgenheit, die mir in meiner Coming-Out-Phase wichtig war. Ich finde es bis heute sehr angenehm, wenn ich mich bei meinem Partner fallen lassen und anlehnen kann. Leider beendete unsere schöne und aufregende Zeit eine tragische Krankheit. Ich verlor Adi, den ersten Traummann meines Lebens, an Aids. Sorry, das ist einfach mal Scheiße und gehört leider auch zu meinem Leben!
Doch dieses Leben ging weiter und ich ließ Hotel - Hotel bleiben und entschloss mich für die aufregende und glamouröse Welt des Showbusiness. Der Duft einer Bühne, wie die im WINTERGARTEN VARIETÉ Berlin oder einen Blick auf mein Publikum durch den Spalt eines geschlossenen Vorhanges geben meinem Leben einen Kick und die entscheidende Würze - prickelndes Lampenfieber inklusive.
Es folgten Jahre des Probierens, Lernens und Lehrens. Ich habe neue Rollen angenommen, zahlreiche Castings besucht und etliche Auftritte bestritten. Immer darauf bedacht Perfektion zu erlangen, meinem Publikum nahe zu sein, es zu begeistern und ihm eine unvergessliche Zeit zu schenken.
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Meine Mama und ich auf einem Event. Ich liebe sie janz dolle!!!

Als Dankeschön erhalte ich von meinem Publikum Applaus und unvergessliche Momente. Einmal hatte ich einen Auftritt in Potsdam, auf dem alle Gäste als Stars verkleidet waren. Ich sang für Amy Winehouse, Atze Schröder, Marilyn Monroe, Lara Croft und Dornröschen. Das war sehr, sehr lustig. Bei einer anderen Mottoparty war das Thema „Andersrum“. Alle Männer waren als Damen und alle Damen als Männer verkleidet. Teilweise konnte ich dort neue Kolleginnen am Horizont erblicken. In Kyritz wurde eine Geburtstagsfeier für Erwachsene zum Kindergeburtstag umfunktioniert als sich fünf kleine Wichte um mich herum drapierten und sich von meinen Lieder verzaubern ließen. Ich liebe die Herausforderung und bin für fast jeden Unsinn zu haben.

Was mir echt Pippi in die Augen schießen lässt ist, wenn ich Menschen für mich und meine Kunst begeistern kann und sie mir ihr Vertrauen schenken, um ihre Veranstaltung zu schmücken. Wenn sich Bewunderer Nächte um die Ohren schlagen, nur weil ich spät in der Nacht einen Auftritt habe und ein paar Lieder singe. Außerdem habe ich dem Begriff Freundschaft eine größere Bedeutung eingeräumt. Ich brauche nicht viele Freunde, lediglich die richtigen und die habe ich. Zusätzlich habe gelernt, dass mir eine gewisse Form des hanseatischen Understatements besser zu Gesicht steht.

Meine Treffsicherheit hinsichtlich des starken Geschlechts ist leider nicht so erfolgreich wie meine Gesangskarriere. Mein zweiter Lebensabschnittspartner, nennen wir ihn mal Sven, war wieder mal ein klassischer Fehlgriff. Etwas Positives möchte ich an ihm lassen. Wir sind viel gereist und ich habe ein wenig die Welt gesehen, vor allen Dingen den nordamerikanischen Kontinent. Ich habe Einblicke erhalten, wie pompöses Entertainment in Amerika praktiziert werden kann. Dabei fallen mir natürlich Städte wie Las Vegas oder auch New York wieder ein. Persönliche und gerade beziehungstechnische Erfahrungen mit Sven, vor allen Dingen in finanzieller Hinsicht, hätte ich mir aus dieser Zeit gerne erspart.

Doch mir macht es sehr viel Freude, Menschen zu begegnen und zu unterhalten, aber auch zu bewirten. Darum habe ich auch mal Hotelfachfrau gelernt. Ich liebe die Rolle der Gastgeberin mit Kreativität und Hingabe. Das hatte sogar schon mal RTL entdeckt und mit mir eine Daily-Koch-Doku produziert.

Außer heißes Wasser, koche ich auch gerne kleine Gaumenfreuden für meine Freunde und mich. Als Urberliner Flitzpiepe stehe ich voll auf selbstgemachte Buletten und biete Dir mein Original KIKI CESSLER Rezept zum Nachbrutzeln an:

500g Hackfleisch aus Rinder- & Schweinefleisch gemischt

2 kleine Zwiebeln oder eine große Gemüsezwiebel fein würfeln

2 geriebene Schrippen oder die gleiche Menge Paniermehl

2 Eier ohne Schale für die Bindung

1 kleinen Löffel mit Senf

- etwas Salz, Pfeffer & Paprikapulver sind die Zutaten für die angemessene Würze

Mit viel Liebe und Schmackes die Masse durchkneten und mit Geduld portionsgerechte (ca. 80g) Bratlinge formen. Nimm dafür eine Suppenkelle, dann werden alle Buletten gleich groß. Brate sie in reichlich Rapsöl schön knusprig-braun an. Bitte wende sie mehrfach in der Pfanne und Du erhältst ein geniales und leckeres Ergebnis. Guten Appetit!

Ich habe noch weitere, leckere Lieblingsgerichte. Hühnerfrikassee und Königsberger Klopse liebe ich ebenfalls und für Gulasch, zubereitet von meinem Freund Thomas, würde ich glatt durchdrehen. Leider lebt er jetzt in Hamburg und ich kann seine Kochkünste nur selten genießen.

Für das Jahr 2012 hatte ich ein tolles Gefühl. Nicht nur für mich privat, sondern auch für meine Karriere. So begann mein Februar mit einem tollen Valentinstagsdreh für RTL EXPLOSIV. Eine liebe Redakteurin und ein tolles Ton- und Kamerateam hat mich begleitet, während ich drei zauberhaften Paaren, im Auftrag von RTL den Tag verfeinern durfte. Ich hatte dabei echt viel Spaß und es war mir eine große Ehre diesen Tag für die sehr überraschten Protagonisten zu versüßen. Die direkte Resonance nach der Ausstrahlung war eher bescheiden, doch es sprechen mich bis heute noch Menschen auf diesen witzigen Dreh an.

Ich bekam im März 2013 einen lieben Anruf eines Produzentenpärchens mit der Anfrage, ob ich nicht zeit und Lust hätte, mich bei meinen SINGENDEN TELEGRAMMEN begleiten zu lassen. Ich fand die beiden echt sympathisch und wir drehten ROCKIN BERLIN für TAFF auf PRO7. Das hat echt Spaß gemacht und wurde erstmalig im Mai 2013 ausgestrahlt. So ein Dreh ist riesig aufwendig, kann ich Euch sagen.

Im Frühjahr sprießen ja nicht nur die Blumenzwiebeln sondern mal will ja eine Bikinifigur vorweisen können. Das was ich im Spiegel sah war eher was fürs Wahlfischbecken im Zoo und somit beschloss ich, nicht mehr für ein Fitnessstudio zu zahlen, sondern auch mal hinzu gehen. Ich stellte meine Ernährung um und nahm nach und nach 35 kg ab. Meine Fresse, bin ich stolz auf mich.

Der April begann mit einen ganz tollem Kennenlernen mit der RBB Wetterfee vom Donnerstag - Anni Dunkelmann. Wir haben einen schönen Pilotfilm gedreht, der leider vom Sender nicht angenommen wurde. Naja, ich will nicht zu viel verraten, denn vielleicht wird er doch noch mal gesendet und dann könnt ihr mich zusammen mit Anni im Berliner Nachtleben beobachten. Mit ihr und dem tollen Team würde ich jederzeit wieder eine Produktion starten.

Ab Mai 2013 hatte die Schlagermusik in Berlin ein neues Zuhause gefunden und ich durfte von Anfang an ein Teil davon sein. Die neue Partyreihe hieß SCHLAGER AN DER SPREE und wurde im PIRATES Berlin gefeiert. Ich habe dort nette Schlagerfans kennengelernt. Die Welt des Schlagers verbindet und bringt sogar neue Freunde hervor, zum Beispiel meinen Kollegen den Partykanzler MARTIN MARTINI. Eine coole Socke der Kerl! Ich mag ihn sehr.

Im Juni war wieder MOTZSTRASSENFEST in Schöneberg auf dem ich jedes Jahr sehr gerne auftrete. Doch dieses Jahr wurde mir eine sehr große Ehre zu Teil. In einer Umbaupause auf der Bühne E sang ich direkt davor den Klassiker von Udo Jürgens ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, als sich plötzlich von rechts ein Rollstuhl näherte. In ihm saß eine älter Dame mit einem Hut in Regenbogenfarben. Sie besaß viele tolle Lachfalten, süßen kleinen Augen mit einer niederknienden Ausstrahlung und hielt einen kleinen, weißen Teddybären in ihren Händen. Als ich wieder nach rechts schaute, erhob sich die Frau aus ihrem fahrbaren Untersatz und tanzte ausgelassen mit einem jungen Mann zu meinem Gesang. Ich bekam Gänsehaut und feuchte Augen und musste mich echt konzentrieren, um nicht aus dem Takt zu kommen. Nach meinem Auftritt kamen wir beide ins Gespräch und ich erfuhr das dies Grande-Dame OMA ELLA ist und zu diesem Zeitpunkt 103 Jahre jung war. Auch jetzt, wo ich es aufschreibe, habe ich wieder feuchte Augen und denke schon jetzt an unser Wiedersehen, welches wir verabredet haben. Das war einer meiner emotionalsten Momente und ich bin sehr stolz ihn erlebt zu haben. Danke OMA ELLA!

Helene Fischer in der WALDBÜHNE Berlin war ein echtes Erlebnis. Ich saß schön in der Mitte des Konzertes und hab es echt sehr genossen. Mit ihr würde ich gerne mal zusammen auf der Bühne stehen. Ja - ja, ich weiß, ich werde schon nicht größenwahnsinnig, doch träumen wird wohl noch erlaubt sein. -grins-

Die BAR JEDER VERNUNFT hat mir im Sommer ein großes Geschenk gemacht. Sie wollten für 2014 das Musical LA CAGE AUX FOLLES ins Programm aufnehmen und haben mich für die Hauptrolle gecastet. Wahrscheinlich war ich echt mies, den ich wurde nicht genommen, doch alleine die Einladung von Regisseur BERND MOTTL, das Vorsingen und das Stehen „Auf den Brettern, die meine Welt bedeuten“ hat mich echt stolz gemacht und ich empfand es als große Ehre. Danke liebes Spiegelzelt-Team!

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Im Kreisverkehr an der Berliner Siegessäule.

Im Herbst war wieder GAY WIESN´ Saison und ich war wieder mit an Bord. Das ist immer soooo lustig dort und wer es verpasst hat, sollte es sich im nächsten Jahr nicht entgehen lassen. Man trifft seinen gesamten Freundeskreis in bayrische Trachten gehüllt. Auch Typen, denen man dies gar nicht zutraut, stehen nach zwei bis drei Liedern auf den Bänken und singen fehlerfrei die Texte mit. Dort aufzutreten ist immer wieder ein echter Gaudi für mich. Eine gute Freundin kam auch vorbei, nämlich OMA ELLA und brachte mir ein Likörchen aus ihrer Heimat Amberg mit. Ella, mein Herz gehört DIR!

Es war soweit! Im Oktober 2013 habe ich meine erste CD in den Händen gehalten. Ich habe einen kleinen Streifzug durch die Welt des Schlagers auf die silberne Scheibe gebrannt. Es sind Coverversionen aus den 50er und 60er bis hin zu den aktuellen Hits. Als ich sie aus dem Presswerk abgeholt habe, hatte ich echt erhöhten Puls und bin bis heute noch „Stolz wie Bolle“. Meine CD hat den Namen KIKI CESSLER - Eine außer-gewöhnliche Berlinerin und nur als Präsent erhältlich. Kaufen kann man sie nicht, doch ich verschenke sie gerne.

Zu Weihnachten habe ich mit einem neuen Weihnachtsprogramm tolle Partys erlebt. Von singenden Feuerwehrleuten bis hin zu schönen Momenten mit Menschen im hohen Lebensalter war das diesjährige Weihnachtsfest ein Kettenkarussell der sinnlichen und besinnlichen Gefühle. Ich bin ja so eine Heulsuse und wenn jemand anfängt, dann mach ich immer gleich mit. das habe ich wohl von meiner Mama.

Silvester hatte ich natürlich ein paar Auftritte, doch danach habe ich mit meinen Liebsten gefeiert. Ganz unspektakulär und ruhig bin ich ins neue Jahr gekommen. Das Feuerwerk über den Dächern der Stadt war alles andere als ruhig. Ein strahlender, raketengeschwängerter Nachthimmel läutete das Jahr 2014 ein.

Anfang des Jahres hab ich mich dann mal amtlich gemacht und KIKI CESSLER ist nun ein eingetragener Künstlername. Der steht sogar bei mir im Ausweis!

Auch 2014 ließ ich es mir nicht nehmen und war wieder bei Thomas und Christian auf der Bühne von QUEERE MEDIEN zu sehen und zu hören. Ein Freundin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist war ebenfalls wieder auf dem 22. Lesbisch- Schwules Stadtfest Berlin. OMA ELLA kam auch mit 104 Jahren zu mir an die Bühne. Nach meinem Auftritt hat sie mir dann ein Gedicht vorgetragen und mir eine Sonnenblume und ein Lebkuchenherz mitgebracht. Diese tolle Dame bringt mich jedes Mal zum „flennen“. Doch das ist mir echt egal wenn mich die Emotionen überwältigen. Ich fühle mich im höchsten Maß geehrt wenn ein Mensch mich so nimmt wie ich bin.

Seid Juli hatte ich einen neuen Gesangslehrer, der wirklich einmalig ist. Ich war sehr gespannt, was er mir so alles beibringen wird. Die ersten Wochen waren schon sehr intensiv. Zusätzlich zum klassischen Gesangsunterricht hatte er immer noch tolle Tipps, die mich weiterbringen könnten. Es bleibt also spannend.

Nach ein paar Jahren Abwesenheit musste ich mich mal wieder beim SUPERTALENT 2014 sehen lassen. Ich hatte es auch bis in die letzte Runde des Castings geschafft. Für die Ausstrahlung hatten sich die Produzenten eine "witzige" Idee ausgedacht. Während der Vorsingen "durfen" Teilnehmer ATEMLOS von HELENE FISCHER singen. So auch ich! Leider hatte ich dieses Playback nicht in meiner Tonlage dabei. Das war doch für RTL kein Problem. Sie hatten eines für mich, das leider zu tief produziert war. Das Ergebnis war, ich hab es in die Atemlos-Freakshow geschafft. Ob das so schlau von mir war ATEMLOS in falscher Tonlage zu singen, würde ich heute mal bezweifeln. Gott sein Dank hat das Ding ja am Ende mein Kollege MARCEL KAUPP für sich entschieden - Good Girl!

Ich war auch wieder sehr fleißig im Tonstudio und konnte im Juli meine zweite Promo CD fertigstellen. Sie heißt „Weniger ist mehr“ und selbstverständlich finde ich sie sehr gelungen. Auch auf der zweiten KIKI CESSLER CD sind Coverversionen von tollen Schlagern eingesungen. Ich verschenke sie gerne bei Auftritten, kaufen kann man sie leider immer noch nicht. Ich bin immer offen für neue Projekte und würde gern mal einen eigenen Song schreiben, produzieren und dann auch aufnehmen.

Mein bester Freund hatte mich im August für ein neues RTL Format vorgeschlagen. Es ging um die „Schönste Frau Deutschlands“. Kreisch! Ich fand, daß das sehr gut zu mir passt. Denn eine bessere Werbung als mich, kann es für Frauen doch gar nicht geben, oder? Ich erschien an einem Sonntag Nachmittag am Check-In Counter des Castings und Verblüffung machte sich im Vorraum breit. Die dort anwesenden Damen in Wartestellung musterten mich von oben bis unten. Ich löste hektisches Treiben aus und der Redakteur bat mich einen Moment zu warten. Nach ca. 10 Minuten kam er zurück und teilte mir mit, daß ich bitte an diesem Casting nicht teilnehmen sollte. In so einer Situation verläßt Mann als Frau den Ort des Geschehens und denkt sich seinen Teil. Ich will ja nicht als eingebildet und arrogant gelten. Doch ganz unter uns, ich hätte den Ladys bestimmt die Show gestohlen und somit bin ich die „Schönste Frau Deutschland“ ohne glitzernde Krone und ohne jemals am Casting teilgenommen zu haben. Einige Wochen später dankte mir die Redaktion noch einmal schriftlich für meine Teilnahme. Sind die nicht süß?

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Meine Freundin Ella Kastner - Sie ist ein ganz besonderer Mensch in meinem Leben.

105 Jahre und immer noch die Nummer eins in meinem Herzen, nach meiner Ma! OMA ELLA feiert Geburtstag in Amberg und alle kamen. Im AMBERGER CONGRESS CENTRUM traf sich Ella´s Leben. Der Bürgermeister HORST HARTMANN aus Amberg, den Ella als Baby betreut hatte, die ganze Familie Kastner, Botschafter und Exzellenzen aus aller Welt und die ganze bunte Ella Familie des Showgeschäfts. Der große Saal war gut gefüllt. JO KASTNER moderierte den Nachmittag an und dann traten Kolleginnen und Kollegen aus dem Dunkeln des Auditoriums auf die bunte, warm beleuchtete Bühnen und präsentierten ihr Programm. Gänsehautfeeling pur! Keiner wusste wer der nächste auf der Bühne war und es war einfach ein traumhafter Nachmittag mit einer Reise um die ganze Welt. Ich war fast zum Schluss dran und ich war mir nicht sicher ob das was ich mache dem Publikum gefällt.

Es gab Tanz aus dem KÖNIGREICH BUTAN, ESC-Gewinner ELDAR GASIMOV und die EUROVISION SONG CONTEST Teilnehmerin von 2014 DILARA KAZIMOVA aus Aserbaidschan traten auf, fast ganz Asien war mit traditionellem Brauchtum vertreten und dann kam KIKI CESSLER mit ihren Schlagern! Ich dachte nur, oh mein Gott, bitte lass es gut gehen. Ich habe OMA ELLA 2013 beim Singen des UDO JÜRGENS Klassiker ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK kennengelernt. Das Lied wollte ich ihr unbedingt singen und habe dafür ein großes rotes Plüschherz besorgt. Eine Tradition von mir ist es, zu diesem Lied eine Polonaise anzuzetteln, doch würde dies hier in Amberg gelingen. Egal, es war Ellas Party und ich wollte es ihr zu Ehren machen. Bis zum Beginn des Songs war ich mir unsicher. Doch als es begann legte ich Ella mein rotes Herz auf den Schoß und forderte den Saal auf sich an mich ran zu hängen, um eine Geburtstagspolonaise zu starten und der gesamte Saal tat es!!! Die größte Polonaise, die ich je gesehen habe, zog winkend an dem lächelnden Geburtstagskind vorbei. Als der letzte Ton verklang, entbrannte ein riesiger Applaus zu Ehren OMA ELLA und mir standen die Tränen in den Augen. Was für ein toller Tag - unbeschreiblich!!!

Leider war es auch das letzte Mal, das ich ELEONORE KASTNER wohlauf gesehen haben, denn zwei Wochen später tat sie ihren letzten Atemzug in Beeskow bei Berlin. Was für eine große Frau, was für ein erfülltes und liebevolles Leben. Sie hat jeden so angenommen wie er ist! Hier eine schöne Geschichte dazu - Der Zug des Lebens: Das Leben ist wie eine Zugfahrt, mit all den Haltestellen, Umwegen und Unglücken. Wir steigen ein, treffen unsere Eltern und denken, dass sie immer mit uns reisen, aber an irgendeiner Haltestelle werden sie aussteigen und wir müssen unsere Reise ohne sie fortsetzen. Doch es werden viele Passagiere in den Zug steigen, unsere Geschwister, Cousins, Freunde, sogar die Liebe unseres Lebens. Viele werden aussteigen und eine große Leere hinterlassen. Bei anderen werden wir gar nicht merken, dass sie ausgestiegen sind. Es ist eine Reise voller Freuden, Leid, Begrüßungen und Abschied. 
Der Erfolg besteht darin: Zu jedem eine gute Beziehung zu haben. Das große Rätsel ist: Wir wissen nie an welcher Haltestelle wir aussteigen müssen.
Deshalb müssen wir leben, lieben, verzeihen und immer das Beste geben! Denn wenn der Moment gekommen ist, wo auch wir aussteigen müssen und unser Platz leer wird, sollen nur schöne Gedanken an uns bleiben und für immer im Zug des Lebens weiter reisen!

Das 23. LESBISCH-SCHWULE STADTFEST 2015 im Kiez in Schöneberg stand bei mir dieses Jahr unter dem Motto „DANCING QUEEN“. Ich hab mit meinen Jungs aus dem Tonstudio ein schönes Discohit-Medley zusammengeschnitten, das keine Wünsche offen ließ. Ein knappe halbe Stunde lang folgte ein Disco-Hit dem Anderen. Mit tollen Lichteffekten, Seifenblasen und Nebelmaschine hab ich die Partypeople vor der Bühne zum Tanzen animiert. So anders kann Travestieshow auch mal sein.

Der Sommer 2015 war ein heißer! Nicht nur das ich auf zwei tollen Gay-Hochzeiten singen und tanzen durfte, ich habe auch wunderschöne Partyorte in Berlin kennengelernt. Einer davon ist die legendäre PANAM LOUNGE am EUROPACENTER. Sie ist im Original PANAM Style belassen worden und diente früher als Briefing- und Meetingpoint. Ich fühlte mich in der Zeit zurückversetzt und konnte nach dem Auftritt den wahnsinnigen Ausblick über die West-City genießen. Zusammen mit dem frisch vermählten Paar haben wir noch tolle Bilder gemacht und mir war es eine große Ehre für die beiden Jungs aufzutreten. Ab und an treffen wir uns immer Mal wieder auf schönen Partys.

Leider endete im Herbst eine schon lieb gewonnene Tradition am Hauptbahnhof. Die Berliner GAY-WIESN gab es an dieser Stelle zum letzten Mal. Ein Umzug ist geplant! Somit haben wir die Party und auch die Location hochleben lassen und die Wände zum Wackeln gebracht. BORK MELMS weiß einfach was unsere Community zum Party machen braucht und auch dieses Jahr durfte ich wieder dabei sein. Ein schöner Abend war es auch, als ich mit meiner lieben Kollegin LUCIE KAEY spontan ein Duett geträllert habe.

Anfang des Jahres startete mein Freund FRANK SPERLING seine neue Partyreihe, die HOSSA SCHLAGERPARTY BERLIN. Er lud mich zu seinem Opening im IMPERIAL CLUB BERLIN ein und ich durfte die Premiere exklusiv mit einer KIKI CESSLER SCHLAGER SHOW verfeinern. Es war schön, alte Freunde wieder zu sehen und neue Bekannte zu treffen. Frank wollte seiner Veranstaltung ein weiteres Highlight hinzufügen und seit kurzem gibt es sogar Tischtelefon, denn wir feiern jetzt im BALLHAUS BERLIN Chausseestrasse in Mitte.

Im März 2016 fuhr mein Showtruck auf Wunsch der Baruther Mädels wieder vor der Sporthalle in Baruth vor und wir verbrachten einen absolut stimmungsvollen Abend zusammen. Die ausgebuchte Veranstaltung, die DIETMAR BECKER immer mit viel Liebe organisiert, war ein echtes Highlight für mich. Die Mädels und auch die wenigen Jungs haben mir wieder gezeigt wie sie feiern können und ich durfte sie dabei unterstützen. Viele meiner Lieder wurden einfach zu einer Chorveranstaltung mit hohem Spaßfaktor. Fazit: Baruth - Ich komme immer wieder gerne zu Euch!

Zum 8. Mal gab es für mich am Sonntag das 24. LESBISCH-SCHWULE STADTFEST 2016 in Schöneberg. Es ist echt wie ein großes Familientreffen. Viele Bekannte und Freunde, die man das ganze Jahr über irgendwo im Lande trifft sammeln sich von der QUEERE MEDIEN Bühne von THOMAS DIEDRICHS vom PRIDERADIO und feuern mich bei meinem Auftritt an. Das macht riesig viel Spass und auch dieses Jahr traf ich eine alte Freundin wieder. Mit Jana war ich in den 90er zusammen mit anderen verrücken Mädels für ein Wochenende in Paris und wir haben es dort echt krachen lassen. Es war schön sie wieder zu treffen und bei einem Gläschen Limonade über alte Zeiten zu plaudern.

Für dieses Jahr gibt es bestimmt noch viele tolle Erlebnisse, die ich hier gerne wieder aufschreibe. Dies war ein Streifzug durch mein Leben. Ich bin sehr gespannt was das Schicksal für mein Leben noch so in petto hat. Wollen wir vielleicht ein Stück zusammen gehen? Gerne lasse ich Dich ein Teil meiner Lebensgeschichte werden.

- Fortsetzung folgt garantiert -